Liebe
Schwarzpulverfreunde,
am Wochenende vom 18. und 19.10.2003 haben sich aus ganz Deutschland die
SPI-Kameraden eingefunden, die sich im Vorfeld für eine der insgesamt 37
Wettkampfdisziplinen, die wiederum in vier Leistungsklassen angeboten werden,
durch ein Sichtungsschießen qualifiziert haben.
Übrigens: Denjenigen die da behaupten, in der SPi trifft und sammelt sich
alles, was bei Meisterschaften anderer Schießsportverbände nichts mehr zustande
bringt, sei empfohlen, einmal die Ergebnisse der jeweils Erstplatzierten unter
die Lupe zu nehmen. Die Ergebnisse konnten sich durchaus sehen lassen und haben
über weite Strecken nationales und in Einzelfällen bereits Weltklasseniveau.
Denn mehr als 100 Ringe (wie z.Bsp. SPI-Mitglied Roland Schuhmann mit seinem
Perkussionsgewehr) kann auch ein Weltmeister nicht schaffen.
Die weiteste Anreise nach Thüringen hatte wohl SPI-Mitglied Manfred aus
Frankreich, der sich demnächst um den Aufbau der SPI-Frankreich bemühen wird.
Manfred - Danke dass Du persönlich vorbeigeschaut hast!
Ganz im Gegensatz zu Meisterschaften anderer Schießsportverbände genügt es bei
der SPI nicht, nur gut schießen und treffen zu können, sondern eines der ersten
Hindernisse, das es zu überwinden galt, war, den Schießstand der Bottendorfer
Großkaliber-Schützen auf der Gemarkung Bottendorf überhaupt zu finden.
Besonders schwer hatten es die Kameraden, die mit Ihrem Wohnmobil schon am
Freitagabend bei Nacht anreisten oder am Samstag in der Frühe, denn Nacht bzw.
Nebel machte dem ein oder anderen in Fragen der Orientierung schon zu schaffen.
Selbst so manches teure Navigationssystem war dieser Aufgabe nicht gewachsen
und nur die Befragung Ortskundiger half da noch weiter.
Dennoch: wer dieses erste Hürde genommen hatte, landete hier:

bei Rosi
und Ulli am Melde- und Scheibenausgabepunkt.

Natürlich
bot unsere erste Deutsche Meisterschaft auch Gelegenheit, sich mit
Gleichgesinnten auszutauschen: Siegfried beim Fachsimpeln mit dem Wolfgang

auf dem
Schießstand!
Natürlich gab es in Bottendorf auch Gelegenheit für die Damenwelt, den Herren
zu zeigen, dass Sie in den Schießleistungen mit den Herren der Schöpfung nicht
nur mithalten - sondern diese auch übertreffen konnten. Böse Zungen behaupten
ja, dass die Verbände nur deshalb eine extra Damenklasse einrichten, damit die
Männer überhaupt eine Chance haben, einen Pokal mit nach Hause zu nehmen. Sei´s
drum: bei der SPI ist dem nicht so, denn die Damen können sich neben der eigens
für Sie reservierten Damenklasse grundsätzlich auch in der offenen Klasse
gemeinsam mit den Männern messen. Es bleibt für die Männerwelt zu befürchten,
dass einige Damen der SPI sich im nächsten Jahr nicht nur auf die Damenklasse
beschränken - also feste trainieren Männer!

Kerstin mit Ihrem Steinschlossgewehr.
Aber auch die SPI-Mitgliedsunternehmen hatten Gelegenheit, Ihre Produkte und
Dienstleistungen den Teilnehmern zu präsentieren:

Adrian
Pitfield von "Rifle bullet caster" im Gespräch mit Robert. Ob er da
wohl schon den Bedarf für das nächste Sersheimer Westerntreffen geordert hat?

Karlheinz
Heidecker: "hab auch schon 2 Schachteln Zündhütchen verkauft!"
Karlheinz: üb Dich in Geduld und sei Dir gewiss: die SPI wächst und die nächste
regionale oder nationale Meisterschaft kommt ganz bestimmt!

Davide Pedersoli war mit seinem Service-Point Deutschland (Stefan Raßmann) auch
vor Ort. Im Bild der Jörg Schulze (Büchsenmachermeister beim Stefan) im
Gespräch mit dem Siegfried. Selbstverständlich hat sich der Jörg auch um den
ein oder anderen Le Page Stecher gekümmert, der nicht so recht funktioneren
wollte. Pedersoli Schützen hatten mit Jörg Ihre Werkstatt vor Ort...

Manfred
Schulz aus Osterburken mit seiner Perkusssionsflinte. Danke Manfred, dass
wenigstens Du den Weg von Osterburken nach Bottendorf gefunden hast und damit
dafür gesorgt hast, dass bereits auf unserer ersten DM ein Flintenwettkampf
stattgefunden hat. Wie heisst es nach einer alten chinesischen Weisheit:
"Auch die weiteste Reise beginnt mit dem ersten Schritt!" In Sachen
"Flinte" kam der von Dir!
Am Samstagabend wurde an die anwesenden Abnahmeberechtigten und
Regionalrepräsentanten das SPI Dienstsiegel verliehen, mit dem Sie künftig in
den SPI-Schießbüchern den Trainingsnachweis abstempeln und Bedürfnisse nach §27
Sprengstoffgesetz absiegeln können. Die Dienstsiegel wurden von der Firma Hege,
Messkirch gestiftet und von Dr. Gorzawski, dem Inhaber der Fa. Hege persönlich
verliehen.

Zur besonderen Attraktion entwickelte sich die Disziplin "Luntenpistole".
Zum allerersten Mal in Deutschland wurden auf nationaler Ebene die Besten in
der Klasse "Luntenpistole" ermittelt. Johannes Forcht aus Westhofen
hat bewiesen, dass er eine solche Luntenpistole nicht nur in erstklassiger
Qualität selbst herstellen, sondern auch damit umgehen kann - er errang mit
seiner Luntenpistole den ersten Platz und ist damit der erste Deutsche Meister
in dieser Disziplin überhaupt. Gratulation Johannes!

Johannes
beim Zielen mit der von Ihm selbst gebauten Luntenpistole

Luntenpistole
kurz nach dem abfeuern....

Bekannte
Gesichter: Das DWJ (Deutsches Waffenjournal) war auch dabei. Hier Chefredakteur
Wolfgang Kräußlich im Gespräch mit Dr. Gorzawski (Hege)
Stück der Begierde: die SPI-Pokale für die drei ersten Plätze


mit ca. 1-stündiger Verspätung ging es dann gegen 15 Uhr am Sonntagnachmittag
zur Siegerehrung, die mit einem Salutschießen der Bottendorfer Kameraden
eröffnet wurde.

hier der Oberbürgermeister der Stadt Roßleben, Herr Rainer Heuchel, bei seiner
Ansprache, die er zur Eröffnung der Siegerehrung gehalten hat.
Gegen 16 Uhr war die erste Deutsche Meisterschaft der Schwarzpulverinitiative
dann offiziell beendet, und innerhalb kurzer Zeit war die Mehrzahl der
Teilnehmer schon auf dem Rückweg nach Hause.
Ich möchte mich noch einmal ausdrücklich bei allen Teilnehmern bedanken, die
die beschwerliche Anreise und auch die damit verbundenen Kosten auf sich
genommen haben und die mit Verständnis und Nachsicht auf die Probleme reagiert
haben, die bei einer Erstveranstaltung in bereits nationaler Dimension
zwangsläufig und unvermeidbar auftreten. Für alle beteilgten Gruppen war
Bottendorf eine Gelegenheit einmal im sogenannten "scharfen
Durchgang" festzustellen, wo das nächste Mal ggf. noch nachzubessern ist.
Die Kapazitäten in und um Bottendorf waren für diese erste Veranstaltung gerade
noch ausreichend. Die eine Stunde Verspätung bei der Siegerehrung hat bereits
gezeigt, dass bei nur ein paar wenigen Startern mehr, die vor Ort vorhandenen
Kapazitäten nicht mehr in vollem Umfang ausgereicht hätten.
Da die SPI - im Übrigen mit zunehmender Geschwindigkeit - in Ihren
Mitgliedszahlen wächst, wird die nächste Deutsche Meisterschaft - wider
Erwarten - bereits nicht mehr in Bottendorf stattfinden können. Nach
derzeitigem Stand der Dinge wird Sie 2004 vorausichtlich an einen Verein im
Raum zwischen Kassel und Frankfurt vergeben. Sobald der genaue
Veranstaltungsort feststeht, werden wir den genauen Austragungsort im DWJ, auf
unserer homepage und im laufenden Schriftverkehr veröffentlichen.
Ich möchte mich im Namen aller Teilnehmer nochmals ganz ausdrücklich und
persönlich beim Volker Blume bedanken, der durch sein persönliches Engagement
keine Kosten und Mühen gescheut hat und die erste Deutsche Meisterschaft der
SPI zu einem zeitpunkt nach Bottendorf geholt hat, wo ein anderer Verein die
bereits zugesagte Ausrichtung wieder zurückgezogen hat. Volker, Du hast damit
für Deinen Verein und Deine Heimatregion ein Stück Geschichte geschrieben, denn
eine e r s t e nationale Meisterschaft des einzigen Fachverbandes für
Schwarzpulver in Deutschland gibt es eben auch nur ein e i n z i g e s Mal.
Helmut Leiser
(22.10.2003)
Nachtrag:
Ganz besonderer Dank gilt all denjenigen, die mir - ohne dass ich Sie groß
hätte fragen müssen - genau da zur Seite gestanden haben, als es am Sonntag so
ab 12 Uhr doch zeitweise etwas eng wurde:
Rosemarie und Jürgen, nochmal Jürgen, Hans-Theo, Heinz, Peter, Herbert mit
Frau, Karl-Georg, Robert und Christine, Wolfgang, Georg, Rosi, Volker und Gabi
- Danke!!
Den o.g. haben wir es zu verdanken, dass die Siegerehrung sowie Preis- und
Ehrenurkundenverleihung am Sonntag - wenn auch mit ein klein wenig Verspätung -
so doch aber noch vor Ort in Bottendorf stattfinden konnte.
Helmut!